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Daten & Fakten

Habitat

Das Salzkrebschen - Artemia (Weibchen)Artemia bewohnt selbst unter den Urzeitkrebsen einen außergewöhnlichen Lebensraum – nämlich Binnensalzgewässer. Das Salzkrebschen Artemia ist somit der einzige Urzeitkrebs, der in salzhaltigem Wasser lebt.
Von Salzsee zu Salzsee gibt es erhebliche Unterschiede, was Größe, Salzkonzentration und Beständigkeit des Sees angeht. Daher ist Artemia der wahrscheinlich anpassungsfähigste Urzeitkrebs.
Einige Salzseen sind sehr klein, haben eine sehr hohe Salzkonzentration und trocknen oft aus. Andere hingegen sind riesig (zum Beispiel der Great Salt Lake in den USA), haben eine etwas geringere Salzkonzentration und trocknen fast nie aus. In diesem Artikel wird noch zu sehen sein, wie sich Artemia perfekt an diese schwierigen Bedingungen angepasst hat...

Lebenszyklus

... und zwar im Lebenszyklus. Dieser kann nämlich auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen. Zunächst ist Artemia nach dem Schlupf wie alle anderen Urzeitkrebse noch eine Larve, eine so genannte Nauplie. Auch Artemia durchläuft verschiedene Nauplienstadien, bis das Salzkrebschen seine endgültige Gestalt erhält. Dies dauert allerdings etwas länger als bei den Verwandten, die im Süßwasser leben – nämlich bis zu ein bis zwei Wochen. Danach geht es mit der Entwicklung aber recht schnell weiter. Schon bald bekommen die Weibchen ihre Eiersäckchen und paaren sich mit Männchen, sofern diese vorhanden sind.
Eiersäckchen eines Weibchens: Man kann erkennen, dass gerade ein Ei entlassen wirdUnd genau hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, das Weibchen produziert wie alle anderen Urzeitkrebse auch äußerst widerstandsfähige Eier, die Trockenheit und Kälte jahrelang überleben können, oder das Weibchen produziert weiche Eier, die sofort nach der Ablage schlüpfen. Diese haben keine widerstandsfähigen Eigenschaften.
Ob die erste oder zweite Möglichkeit der Eiproduktion genutzt wird, entscheidet sich am Zustand des Wassers. Steigt die Salzkonzentration spürbar an, ist das ein Zeichen für das Weibchen, dass der See bald austrocknen wird. Es wird die widerstandsfähigen Eier produzieren, welche Trockenheit überstehen und ein Überleben der Art sichern. Wenn die Qualität des Wassers jedoch konstant bleibt, wird das Weibchen die schnell schlüpfenden Eier produzieren.
Nach einigen Monaten stirbt ein Artemia-Krebs schließlich.

Unterschied Männchen & Weibchen

Der offensichtliche Unterschied ist, dass Weibchen Eiersäckchen besitzen und Männchen nicht. Weniger bekannt ist, dass das Männchen dafür über den Augen zwei Greifärmchen hat, die das Weibchen wiederum nicht besitzt.

Fortpflanzung

Paarung: Männchen klammert sich mit der Zange am Eiersäckchen des Weibchens festAuch hier gilt, dass es zwei Möglichkeiten der Fortpflanzung gibt. Einige Arten sind hermaphroditistisch, was bedeutet, dass sie kein Männchen zur Fortpflanzung benötigen und sich die Weibchen selbst befruchten können. Andere Arten sind zwingend zweigeschlechtlich (gonochoristisch), was bedeutet, dass sie unbedingt ein Männchen zur Fortpflanzung benötigen.
Die Paarung selbst dauert oft mindestens einen Tag. Hierzu „hängt“ sich das Männchen mit seinen Ärmchen am Kopf ungefähr auf die Höhe unterhalb der Eiersäckchen des Weibchens und schwimmt fortan mit ihm herum. Wenn die Paarung vorbei ist, lässt es das Weibchen wieder los.

Anatomie

Fest im Griff: Schön zu sehen, ist die Zange des MännchensIm Gegensatz zum Triops besitzt Artemia einen recht einfachen Körperbau. Artemia besteht praktisch nur aus einer Mittelrinne mit Darm, einigen Blattbeinchen und einem Kopf mit drei Augen und Mundöffnung.
Die Mittelrinne dient dazu, Futter zum Mund hin zu bewegen. Über den Darm wird schließlich das Futter verdaut und anschließend ausgeschieden.
Direkt an der Mittelrinne befestigt sind die Blattbeinpaare. Diese sind immer in Bewegung. Sie dienen natürlich der Fortbewegung, aber auch der Sauerstoffaufnahme (wie beim Triops) und zusätzlich dem Ausscheiden von überschüssigem Salz aus dem Körper.
Im Kopf befindet sich das Nervenzentrum von Artemia. Ein richtiges Gehirn besitzt das Salzkrebschen nicht, aber hier werden alle nötigen Funktionen gesteuert. Außen befinden sich zwei Knopfaugen und in der Mitte ein Naupliusauge, das noch aus der Zeit als Larve stammt, am Kopf. Unter den Augen befindet sich die Mundöffnung.

Nahrung

Artemia fressen ausschließlich kleine Algen, die in den Seen wachsen. Sie filtern diese mit ihrer kleinen Mundöffnung aus dem Wasser heraus.


Quellen